Sonntag, 12. Juni 2011

[Rezension] Mit Lackschuhen und ohne Rock von Pauline Ronny Paul


Vor kurzem hat Claudia auf ihrem Blog ein paar Bücher zur Verfügung gestellt - Bedingung war, es zu lesen, zu rezensieren und einen Beleglink an die entsprechende Person vom Verlag zu schicken.
Und bei so einer tollen Aktion mache ich doch gerne mit und ich hatte Glück und konnte das von mir gewünschte Buch lesen und rezensieren.


Das Büchlein trägt den Titel 'Mit Lackschuhen und ohne Rock... zu jung für Rheuma!" und ist ein Erfahrungsbericht. Die junge Pauline Ronny Paul hat auf 96 Seiten sehr humorvoll ihre traurige und vorallem schmerzhafte Lebensgeschichte niedergeschrieben.

Ich war sehr angetan von dem Buch, weil meine Mutter (noch junge 42 Jahre) Rheuma hat und ich täglich sehen konnte, wie ihre Gelenke angeschwollen sind und sie immer bewegungsunfähiger wurde. Eine Zeit lang hat sie auch Tablette genommen, aber mittlerweile geht es wieder mit der Bewegung und sie nimmt nur Schmerzmittel, wenn es nicht anders geht - sie hat sich noch lange nicht mit ihrer Krankheit abgefunden und wird das auch nicht so schnell tun.

Zurück zu Ronny - sie schreibt auf wirklich wundervolle Art, wie sich die Krankheit langsam in ihr Leben schleicht und sich viele kleine andere Löcher auftun - seit ihrer Kindheit. Von Seite zu Seite denkt man immer öfter: 'Wie kann diese junge Frau trotz der vielen Schicksalsschläge noch so lebensfroh sein'.
Es ist ja nicht nur das Rheuma, welches sie unglaublich einschränkt - nein. Etliche Operationen musste sie über sich ergehen lassen. Angefangen bei einem angebrochenem Halswirbel, über eine 'schnappende Hüfte', einem Tumor in der Brust, der dreimal wiederkam. Und zum Schluss eine Knieoperation.
Aber das war lange noch nicht alles! Ihre Liste umfasst noch viel mehr Eingriffe.
Und dennoch - auch wenn es nur geschriebene Worte sind - ist sie ein fröhlicher Mensch, nimmt an dem Sportfest ihrer Söhne teil und wird zur sportlichsten Mama gekürt. Vielleicht ist es gerade dass, was sie nicht aufgeben lässt - ihre beiden Söhne, ihr wundervoller Mann und die Unterstützung der kompletten Familie.

Ich finde, dass Ronnys Geschichte Rheumapatienten helfen kann - sich helfen lassen und kämpfen müssen, wird zum Alltag gehören, aber man sollte sich Hilfe nehmen. Denn man muss noch eine Weile mit der Krankheit auskommen und will nicht vollkommen von ihr beherrscht werden. Dann muss man es auch in Kauf nehmen, dass man Fingerschienen tragen muss und Handgelenkbandagen (die Gelenke sind bei Rheumaerkrankungen ja meist sehr stark betroffen).
Sie zeigt einem außerdem, dass das Leben trotz vieler Schicksalsschläge lebenswert ist und es - egal in welcher körperlichen Verfassung man ist - Spaß macht am Leben zu sein.

Zu diesem Bericht kann man keine typische Rezension schreiben. Es gibt keine Punkte für die Idee und die Glaubwürdigkeit der Protagonisten - denn diese Geschichte ist echt, mitten aus dem Leben. Hier kann man nicht sagen, dass man etwas 'doof' findet (den Schreibstil mal ausgenommen - das soll jetzt um Himmels Willen nicht heißen, dass er schlecht ist - im Gegenteil, ich finde ihn sehr gut :]), denn all diese Ereignisse sind wirklich erlebt und verarbeitet worden.

Es ist sehr mutig von Ronny ihre Geschichte zu erzählen und ich glaube, dass ihr damit eine kleine Last vom Herzen gefallen ist. Es ist ja wirklich eine sehr persönliche Geschichte und ich finde es immer mutig, wenn jemand sich dafür entscheidet, sie der ganzen Welt zu erzählen.
Als ich das Buch las, dachte ich immer - wie gut ich es habe, dass ich z.B nur Laktoseintolerant bin. Wenn man so eine Geschichte liest, dann kommen einem seinen kleinen Problemchen so lächerlich vor. Ein, zwei Kilo zu viel? Lächerlich, es könnte einem schlechter gehen, man könnte wie Ronny jedes Jahr im Krankenhaus liegen und operiert werden.

Ich kann diesen Bericht nur jedem ans Herz legen, der interessiert an Erfahrungsberichten oder dem Thema Rheuma ist. Auch all denjenigen, die denken ihr Leben sei schlecht, weil die Hose in 38 zwickt.

Buchdetails:
96 Seiten, 7,90 € (D)
Größe: 13 x 20 cm, mit 7 s/w Fotos
Wagner Verlag
ISBN: 978-3-86683-633-4


Für den Bericht gibt es von mir die volle Punktzahl, weil er einfach wundervoll geschrieben ist. Die Geschichte der jungen Arzthelferin Ronny ging mir nahe, weil sie trotz der vielen Schicksalsschläge immer wieder Erfolge - sind sie auch noch so klein - verbuchen kann.


Kommentare:

  1. Hey!

    Es freut mich sehr, dass dir das Buch gut gefallen hat. Danke für deine interessante Rezension dazu!

    LG Claudia

    AntwortenLöschen
  2. Jaaaaaaaaaaaa, Diner Dash ist total toll! Ich spiele derzeit Hotel Dash..mit den gleichen Figuren, nur das man sie im Hotel bemuttern muss.. wirklich toll solche spiele, wenn man mal keine Lust zum Lesen hat!

    LG
    ------------------------------------------------
    www.ThrillerOnline.de
    Jeden Montag neuer Lesestoff

    AntwortenLöschen
  3. Eine gelungene Buchvorstellung! Als ich 1994 an rheumatoider Arthritis erkrankte, bekam ich einen Erfahrungsbericht geschenkt: "Ich habe Rheuma und lasse mich nicht unterkriegen" von Julia Jungmann. Es hat mir Mut gemacht und meine Einstellung zur Krankheit mit geprägt.

    AntwortenLöschen
  4. @gelenkgesund: Ich finde es gut, wenn Erfahrungsberichte einem auf diese Weise helfen und Mut machen :)
    Das ist für mich das Ziel und wenn dieses erreicht wird - ein voller Erfolg.

    AntwortenLöschen

Lasst eure Gedanken hier - sie für sich zu behalten, ist wie einen Kuchen backen und alleine essen. Es macht keinen Spaß :)