Dienstag, 23. August 2011

[Rezension] Liebe wie gemalt von Susanne Oswald

Hallo ihr Lieben,

habe es - wie schon erwähnt - ja endlich mal wieder geschafft zu lesen. Und dabei habe ich dann ein Buch beendet. Heute geht es um 'Liebe wie gemalt' von Susanne Oswald.
Ich muss gestehen, dass ich mich durch die letzten Seiten gequält habe und während des Lesens ein neues Bewertungssystem für mich erstellt habe. Meine Rezensionen werden jetzt auf einige mir wichtige Punkte besser und deutlicher eingehen.


Liebe wie gemalt                                                                       .

Susanne Oswald
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Verlag: Gmeiner Verlag
276 Seiten
9,90 € - Taschenbuch

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Kurzbeschreibung                                                                   .

Barbara Auenstein ist reif für die Insel. Nach dem Tod ihres Mannes sucht sie Zuflucht in ihrem Häuschen auf Wangerooge. Hier hofft sie, neue Kraft zu schöpfen. Und tatsächlich: Das Rauschen des Meeres, die wispernden Wellen und der Wind, der allen Schmerz von ihr wegfegt, helfen Barbara ganz langsam, wieder zu sich selbst zu finden. Trost findet sie auch in ihrer alten Leidenschaft, der Malerei. Bald schon erhält sie ihren ersten Auftrag als Malerin und zwei Männer treten in ihr Leben: der smarte Felix und Geschäftsmann Johannes. Doch für wen soll sie sich entscheiden?

Rezension                                                                                .

Der Klappentext klang vielversprechend und machte unglaublich Lust auf me(e)hr ;) Da ich eigentlich ja eher der Krimileser bin, aber zum Entspannen auch gerne mal einen Frauenroman lese, dachte ich, das ist genau das richtige Buch für Sonne und Energie tanken im Garten. Anfangs gefiel es mir auch noch sehr gut. Barbara Auenstein kam nach dem Tod ihres Mannes nach Wangerooge um ihr neues Leben zu beginnen und ein bisschen Abstand von allem zu gewinnen.
Liebevoll zur Seite steht ihr hierbei ihre Freundin Karin, die auf der Insel lebt. Eine richtige Frauenfreundschaft, wie man sie sich wünscht. Füreinander dasein, egal was passiert. Und so kann sie sich - mit tatkräftiger Unterstützung - erholen, entspannen und abschalten. Das tut sie, indem sie ihr altes Hobby für sich wieder entdeckt - das Malen. Beim Malen vergisst sie die Welt um sich herum, es ist eine Art Therapie. Nach einigen Tagen geht es ihr etwas besser und sie beginnt sich etwas zu öffnen und lernt dabei zwei Männer kennen. Das Chaos beginnt - nicht nur Barbaras, sondern auch meins.

Idee/Umsetzung
Die Idee von der Witwe, die zurück zu ihren Wurzeln kommt und ein lang 'vergessenes' Hobby wieder aufnimmt ist gut gewählt. Ein typisches Frauenroman Szenario. Dann fehlt da natürlich noch die Liebe, aber auch dafür ist gesorgt und gleich doppelt ;) Auch daran habe ich nichts auszusetzen. Lediglich an der Umsetzung hapert es für mich. Vieles ist für mich wie eingeschoben - so als ob man es noch eben erwähnen musste. Für spätere Relevanz oder zum Füllen von Seiten, man weiß es nicht. 


Auszug aus Gespräch mit dem Sohn (ca. eine Seite lang):
'Das freut mich für dich, Mama. Ganz ehrlich, du hast es verdient. So, ich muss leider schon wieder Schluss machen, die anderen warten auf mich. Mach weiter so, Mama. Das mir keine Klagen kommen, hörst du?' (Seite 60)


Die Umsetzung ist für mich nicht optimal gelungen - es wirkte wirr, fast so als hätte man kurze Zeit den Faden verloren und sich in den Weiten der Geschichte verloren.
Ich finde es auch komisch oder eher unpassend, dass sie so schnell eine Beziehung zu den beiden Männern aufbaut und alles immer recht schnell voran geht. Ab und an scheint man durch das Buch zu rennen.

Schreibstil/ Sprache
Der Schreibstil ist okay, daran habe ich nichts zu bemängeln. Die Sprache der Charaktere schreckte mich nur teilweise ab. Manchmal zu förmlich 'gnädige Frau' etc. manchmal für das Alter zu locker 'Süße' oder zu veraltet 'Liebling'. Es gab aber auch einige Sprüche und Gespräche, die ich sehr amüsant und sehr gelungen fand.

'Karin kam bepackt wie ein überladener Campingbus bei Barbara an.'
(Seite 16)

Ab und an klangen einige Sätze als wären sie an verkehrter Stelle und einige Sprünge waren mir zu plötzlich. Bsp. Gemeinsames Abendessen, plötzlicher Wechsel zum nächsten Tag. Das störte meinen Lesefluss ab und an.

Charaktere
So nun zu meinem Hauptkriterium. Ich finde es immer besonders wichtig, dass man den Charakteren alles abnimmt, was sie tun. Das man sich mit ziehen lässt. Sich von ihnen in die Umgebung zaubern lässt. Und das fehlte mir hier. Lediglich Johannes war mir sympathisch - warum weiß ich nicht. Vielleicht durch seine Art. Ich hatte immer ein Bild von ihm vor Augen. Aber Barbara gefiel mir gar nicht - die Gute ist 50, aber in der Geschichte wirkt sie wie eine Mitte 20-Jährige. Klar, ein Kompliment, aber beim Lesen schon anstrengend. Es kommt einem vor, als lese man ein Jugendbuch. Einige Sachen und Handlungen passten weder zum Alter, noch zum Charakter, wenn man denn einen erkennen konnte. 

Atmosphäre/Umgebung
Da findet das Schauspiel schon auf einer wundervollen Insel statt und man wird nicht warm. Leider gibt das Buch kein bisschen Inselfeeling ab - man kann sich weder die Umgebung, noch eine Atmosphäre vorstellen. Lediglich die Szenen, in denen Barbara ihren Männern näher kommen, haben in mir eine Gefühlsregung hervorgerufen. Die waren sehr gelungen und schön. Aber ich hätte mir ein bisschen mehr Urlaubsatmosphäre gewünscht.

Cover
Ich bin kein Freund von Menschen auf dem Cover und schon gar nicht von so 'abgeschnittenen'. Mir hätte der Strand mit dem Meer gereicht, vllt noch ein Pinsel und eine Farbpalette im Sand. So sieht es so zusammengewurschtel aus.
Es passt aber zur Geschichte. Lediglich die Malerin auf dem Bild gibt mir ein kleines Bild von Barbara - jedoch scheint die Frau auf dem Cover deutlich jünger zu sein. Aber Cover sind ja Geschmackssache, deshalb geht das nicht in meine Bewertung mit ein.


Fazit                                                                                       .

Als Frauenroman würde ich das Buch leider nicht bezeichnen, da ich die Protagonistin sehr naiv und leichtfüssig finde. 'Schäfchen' passt da schon sehr gut. Bis auf ein, zwei Szenen könnte es locker als Jugendbuch durchgehen. Die Protagonisten wirken auch nicht wie 50 (oder jünger bzw. älter - man erfährt nur das Alter von Barbara). Wenn man es nicht lesen würde, man hätte sie jünger geschätzt. An sich eine nette Geschichte, aber leider mit viel zu vielen übereilten Ereignissen, Gefühlen und viel zu durchschaubaren Handlungen.


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