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[Rezension] Das Amulett der Wölfin von Marion Henneberg

Howdy! :)

Ach, diese Rezension wartet schon so lange auf ihre Veröffentlichung - aber ich habe sie immer wieder bearbeitet. Vorallem nach meinem neuen Bewertungssystem musste ich hier und da noch einmal im Buch stöbern, aber nun habe ich es endlich geschafft.

Es geht heute um einen historischen Roman, eigentlich gar nicht mein Genre. Aber ich muss gestehen, dass Marion Henneberg ein bezauberndes Buch geschrieben hat, welches mich sehr begeistert hat.

Ach, was mir gerade noch einfällt. Den Punkt 'Idee/Umsetzung' wollte ich noch ein bisschen erläutern. Als Idee nehme ich immer den kurzen Überblick der Story, den man aus dem Klappentext gewinnt. Ja und die Umsetzung besteht dann darin, wie gut diese 'Idee' sich meiner Meinung nach entwickelt hat. Nur, falls dieser Punkt irgendwie verwirrend klang ;)

Das Amulett der Wölfin                                                            .

Marion Henneberg
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Verlag: Ullstein
592 Seiten 
8,99 € -Taschenbuch  

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Kurzbeschreibung                                                                   .

Im Jahr 1134. Ein Mordkomplott in königsnahen Kreisen soll das Machtgefüge im Herzogtum Sachsen für immer verschieben. Die junge Grafentochter Adolana wird unfreiwillig zur Mitwisserin und verrät den Plan. Leider zu spät. Von nun an muss Adolana um ihr Leben bangen. Zwei Männer werden alles in ihrer Macht liegende tun, um sie zu schützen: Der eine ist Teil ihrer Vergangenheit, der andere wird zur großen Liebe ihres Lebens ...

Rezension                                                                                .

Wie schon gesagt bin ich kein großer Fan von historischen Romanen, aber dieser hier hat meine Meinung bezüglich Werke von Marion Henneberg geändert. Ich kann ja nun nicht davon ausgehen, dass mir nun alle historischen Romane gefallen :) Durch das kleine Interview mit Marion in der Rubrik 'Fünf Minuten mit...' bin ich auf ihre Bücher aufmerksam geworden und hatte bei einer Testleserunde Glück ein Exemplar zu erhalten.

Anfangs war ich ein bisschen skeptisch und hatte auch einige Schwierigkeiten mich in die Sprache einzufinden, aber dann lief es super. Die Geschichte um die junge Adolana hat mich von Anfang an in den Bann gezogen und es fiel mir schwer, das Buch zur Seite zu legen (leider musste ich das durch die Arbeit sehr oft).

Idee/ Umsetzung
Mir fehlen die Worte. Nach meine letzten Buch, wo ich die Idee toll fand und es bedauerte, dass die Umsetzung nicht so gelungen war, stimmte bei diesem Buch alles. Ein junges Mädchen, das durch einen dummen Zufall einen Mordplan mitbekommt und nun um ihr Leben fürchten muss - super Idee, grandiose Umsetzung. Auch der weitere Verlauf hat vollkommen überzeugt und nie irgendwie erzwungen oder hektisch gewirkt. Super! :)

Schreibstil/Sprache
Der Schreibstil und die Sprache sind  wunderbar gehoben und anspruchsvoll, das gefällt mir total. Wie Marion in einem Kommentar der Leserunde schon sagte, ist es nötig, da der Inhalt sonst nicht vermittelbar wäre. Und ich finde es einfach himmlisch, weil man sich schon alleine dadurch in die Zeit zurückversetzt findet.


'"Habt Ihr denn gar keinen Stolz, dass Ihr Euch wie eine Dirne benehmen musstet?", fragte er.
Vielleicht lag es an der Heftigkeit seiner Worte, dass Adolanas Schwindelgefühle jäh verschwanden und einer unbeschreiblichen Verlegenheit Platz machten.'
(Seite 104)



Charaktere
Ich bemerke gerade, dass es mir viel schwerer fällt, eine gute Bewertung zu schreiben. Es ist einfacher zu meckern, als zu loben.
So, nun zu einem mir sehr wichtigen Punkt, den Charakteren. Und wieder einmal muss ich zugeben, dass ich begeistert bin. Adolana ist anfangs sechzehn Jahre alt und wirkt in keinster Weise naiv. Sie ist eine lebhafte, ehrliche, mutige und unglaublich herzliche Person, die mir auf Anhieb gefallen hat. Die ganze Geschichte über bleibt das Bild von ihr bestehen und ich kann die Begeisterung anderer Charaktere ihr gegenüber wahrlich verstehen. Ich denke, dass sie mir noch lange in Erinnerung bleibt und auch viele andere weibliche Protagonisten noch den Vergleich mit ihr suchen müssen.
Auch die beiden Männer in ihrem Leben empfand ich als unglaublich gut getroffen - den einen ein bisschen aufdringlich und seltsam, aber trotzdem liebenswert. Den anderen geheimnisvoll und anziehend. Hätte sich Adolana nicht entschieden, ich hätte ihr einen abgenommen.
Aber auch alle anderen auftauchende Personen (und das sind nicht gerade wenig ;]) sind auf ihre Art herzlich oder verbittert. Trotz der vielen 'Darsteller' finde ich, dass jeder etwas persönliches hat, selbst die, die nur kurz auftauchen - man hat sie alle vor Augen, jeden Einzelnden und das ohne das Gefühl zu bekommen, dass das Buch vor lauter Personen platzen könnte. Einfach wunderbar. 

Atmosphäre/Umgebung
Zu guter letzt kommt ein weiterer Punkt, der mir sehr am Herzen liegt, ohne den ein Buch völlig tot wirken würde - die Atmosphäre und Umgebung. 
Und auch hier muss ich sagen, dass allein schon durch einige Bilder in der Leserunde, die Marion veröffentlicht hat, alles unglaublich realistisch wirkte. Ich befand mich während des Lesens mitten in der Geschichte. Wenn man eine Lesepause eingelegt hatte, dann war es wie aus einem schönen Traum zurückgeholt zu werden. Ich bin selten so vertieft in eine Geschichte, aber es ist auch nicht immer so wichtig, wie die Umgebung ist. Bei solch einem historischen Roman finde ich es sehr wichtig, denn es ist ja schon ein paar Jahre her und nicht mehr so geläufig, wie der Gedanke an einen Supermarkt. 
Auch hier hat für mich alles gestimmt und ich fühlte mich trotz der Kälte durch die Jahreszeiten sehr wohl. Die Burgen und die dazugehörigen Dörfer, die schönen Kleider der Edelfrauen, all das spielte sich vor meinem inneren Augen ab. 


'Friedrich residierte während der Dauer des Landtages in Rottenacker im oberen Stockwerk des Wohngebäudes der Burg, in dem es trotz der schwülen Hitze, die draußen herrschte, angenehm kühl war. Das steinerne Gemäuer trohnte abweisend über der Donau. Wie üblich bei solchen Versammlungen platze der Ort aus allen Nähten. Zwei größere Höfe dominierten das Dorf, dessen Bewohner ihren priesterlichen Segen in der kleinen Kapelle erhielten.' 
(Seite 373)


Cover

Das Cover geht wie immer nicht in meine Bewertung mit ein, wird aber trotzdem erwähnt, weil es ja bei vielen (bei mir auch oft) zur Kaufentscheidung beiträgt. Ein hübsches oder außergewöhnliches Cover spricht ja meist an und wenn dann der Klappentext noch überzeugen kann, ist das Buch so gut wie gekauft :) 
Es handelt sich um ein - für mich- typisches Cover für einen historischen Roman. Im Gegensatz zu anderen Covern, finde ich dieses recht schick, nur leider fehlt mir der Bezug zum Buch. Aber das ist oft bei diesen Covern der Fall. Gut, manchmal ist es auch schwer, einen Bezug herzustellen. aber bei diesem Buch hätte man, wie der Titel es schon verrät ein Amulett mit abbilden können. Dennoch ein nettes Cover, vorallem weil mir Gesichter auf Covern nicht gefallen und diese nicht abgebildet sind :)


Fazit                                                                                       .

Ein Buch, welches mich auf ganzer Linie überzeugt hat. In allen Punkten. Es wirkte in keinem Punkt übertrieben - weder in einer Kriegs- noch in einer Liebesszene. Es war authentisch und ehrlich.
Ich werde in Zukunft mehr historische Romane lesen und den Anfang mache ich mit weiteren Büchern von Marion Henneberg, da mir ihr Schreibstil unglaublich gefällt.
Für alle Fans von historischen Romanen ist diese Buch auf jeden Fall zu empfehlen. Top, volle Punktzahl!


Kommentare

  1. Ich fand das Buch auch ganz toll. War ein Monatshighlight im letzten Jahr :)

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