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Fünf Minuten mit ... # 5


Hallo ihr Lieben,

im Moment bin ich so unglaublich müde, obwohl ich total viel schlafe (8 Stunden sind nachts locker drin und wenn nicht, dann auf jeden Fall 6 Stunden), aber ich schlafe dann morgens in der Bahn ein und Nachmittags dann auch noch mal :D Schlimm, bei der Arbeit könnte ich auch so wegnicken ... schlimm.
Ist das bei euch im Moment auch so? Oder bin ich nur eine Schlafmütze?

Nun gut, dann mal zum eigentlichen Thema ;) Nach langer Zeit gibt es mal wieder ein Autoreninterview und zwar mit einer unglaublich sympathischen und fleißigen Autorin, Antje Szillat.
Meinem Bruder und mir hat 'Rick' so toll gefallen (sein Leseeindruck folgt noch), dass er ein paar Fragen hatte und mich bat, Antje mal anzuschreiben. Gesagt, getan - bin ja eine liebe Schwester ;) Und die liebe Antje war so freundlich und hat unsere Fragen beantwortet.

[Fünf Minuten mit Antje Szillat]

Du bist ja eine ganz fleißige Kinder- und Jugendbuchautorin. Schreibst du lieber Kinderbücher oder Romane für jugendliche bzw. ältere Leser? Immerhin gibt es da ja durchaus einen kleinen Unterschied im literarischen Anspruch.
Ich schreibe beides sehr gerne. Nach einem Roman für Jugendliche/junge Erwachsene freue ich mich immer auf einen neuen Rick-Band oder ein anderes Projekt im Kinderbuchgenre.
Dieser Tage bin ich mit meinem neuen „All Age“ Roman fertig geworden und fange nun Rick 5 an. Das ist immer wieder eine tolle Abwechslung über die ich froh und dankbar bin.
Was den Anspruch betrifft, so denke ich, dass da der Unterschied gar nicht mal so groß ist. Für jüngere Kinder ist es oftmals sogar „schwerer“ zu schreiben. Je jünger die Kinder, desto kürzer und klarer müssen die Sätze sein. Da hat man oftmals nicht so viele Variationsmöglichkeiten wie zum Beispiel bei einer älteren Zielgruppe. Außerdem muss man immer überlegen, ob die Kinder diesen Satz, das Wort, etc. … überhaupt schon verstehen. Wer also meint, für kleine Kinder zu schreiben sei ganz einfach, der hat sich meiner Meinung nach sehr getäuscht.

Was reizt dich an Kinder- und Jugendliteratur? Hast du dich schon mal in einem anderen Genre ausprobiert oder stand es für dich schon immer fest, wenn Autorin, dann in diesem Bereich. 
Ich habe ja schon so einiges für Erwachsene geschrieben im Bereich Ratgeber, Sachbuch, etc. und das mache ich auch nach wie vor sehr gerne. Aber das Genre Kinder- und Jugendbuch ist meins und wird es auch immer bleiben. Zumal ich finde, dass sich die Grenzen zwischen Jugend- und Erwachsenenbuch ziemlich verwischt haben. Viele Erwachsene lesen sogenannte Jugendbücher (ich auch;-)) und daher fühle ich mich jetzt nicht nur als Autorin für Kinder und Jugendliche.  

Welches deiner Bücher ist dein Liebstes? An welchem Buch hängt dein Herz besonders? Gibt es ein Buch, mit dem du auf etwas Besonderes hinweisen möchtest – etwas was dir am Herzen liegt. Oder eine Geschichte mit der du persönlich etwas verbindest.
Das ist sehr schwierig. Das ist ja fast so, als ob man eine Mutter fragen würde, welches Kind sie am liebsten hätte;-).
Meine Lieblingsfigur ist auf jeden Fall RICK. Es macht mir so viel Spaß seine Geschichten aufzuschreiben, wie keine andere Figur zuvor – das kann ich mit Sicherheit behaupten.
Was die Jugendbücher betrifft, so ist das wesentlich schwerer. Sie liegen mir alle am Herzen. „Solange du schläfst“ genauso, wie zum Beispiel ein Buch von mir, das bisher nur ganz wenig Aufmerksamkeit bekommen hat „Die Hoffnung ist grün“.
Bei meinen Jugendbüchern befasse ich mich eigentlich immer mit sogenannten „brisanten Themen“. Mobbing, Cyber-Bulling, Rassismus, etc. Keine Ahnung warum, das liegt mir einfach;-)
Was ich allerdings nicht möchte ist, Literatur mit pädagogisch erhobenem Zeigefinger zu schreiben. Das ist absolut nicht mein Ding. Sollte der Leser nach der Lektüre einer meiner Bücher über bestimmte Dinge nachdenken, freut mich das natürlich. Aber in erster Linie möchte ich unterhalten.

Wenn du auf Lesungen gehst, kommst du ja direkt mit Kindern/Jugendlichen in Kontakt. Sind Lesungen mit jüngerem Publikum amüsanter oder ist es anstrengender? Ich kann mich noch sehr gut an die Geschichten nach dem Mittag im Kindergarten erinnern, in dem ich mal gearbeitet hatte. Das war immer sehr aufregend ;) Wie hält man so eine Meute bei Laune?
Ich bin eine Rampensau ;-) Tatsächlich, so ist es. Ich liebe Lesungen, gebe immer alles und das muss man heutzutage bei jungem Publikum auch machen, denke ich. Gerade die Kleinen sind nicht lange interessierte Zuhörer, wenn da vorne eine/er auf dem Stuhl sitzt und Seite für Seite, womöglich noch mit gleichbleibender Stimme, aus seinem Buch vorliest und null auf sie eingeht. Die Kinder wollen unterhalten werden und das wiederum mache ich richtig gerne. Ich beziehe die Kids in mein Programm ein. Allerdings ist es auch extrem anstrengend – man verausgabt sich total dabei.
Ich habe für jede Altersgruppe ein recht umfangreiches Lesungsprogramm, lese NIE sitzend, immer in Bewegung. Dennoch gibt es Lesungen, da möchte ich flüchten ;-) Aber der größte Teil ist einfach nur klasse und solange das so ist, werde ich auch weiterhin Lesungen machen. Im letzten Jahr waren es um die einhundert Lesungen. Für 2012 habe ich ein bisschen reduziert und bin fest davon überzeugt, dass das auch gut so ist.

Welches Genre liest du gerne? Hast du einen Lieblingsautor/Lieblingsbuch?
Noch so eine schwierige Frage ;-). Ich lese so ziemlich alles, worauf ich gerade Lust habe. Mal Kerstin Gier und Gabriella Engelmann, dann mal wieder einen heftigen Thriller. Ich mag Krimis, ich mag sogenannte Frauenliteratur, ich mag aber auch sehr, sehr gerne Kinder- und Jugendbücher. Klassiker von Astrid Lindgren, Paul Maar (In einem tiefen, dunklem Wald – ich liebe es!) und auch die älteren Bücher von Cornelia Funke. Was ich selten lese sind Historische Romane und nie Science Fiction. Mit Fantasie tue ich mich auch etwas schwer. Aber wie schon gesagt, das ist bei mir immer stimmungsabhängig.

Ist man noch aufgeregt, wenn ein neues Buch erscheint? Tigerst du dann auch mal durch die Buchhandlung und schaust dich bei deinen Werken um oder macht man so was als Autorin nicht. Ich glaube ich wäre unglaublich aufgeregt und nervös.
JA! Eindeutig JA! Der Postbote wird nach wie vor mit Begeisterungsschreien empfangen, wenn er die Belegexemplare eines neuen Buches bringt. Ich kann an keiner Buchhandlung vorbei gehen, ohne nachzuschauen, ob Bücher von mir vorhanden sind (wenn nicht, dann schicke ich immer meine Kinder vor, um nachzufragen, warum denn keine Antje Szillat Bücher da seine;-)).
Es ist aufregend und es ist ein ganz geniales Gefühl, ein neues Buch endlich in den Händen halten zu können. Immer wieder und ich denke, das wird auch immer so bleiben.

Thema Nervosität – wie fühlt es sich an, die ersten Rezensionen zu seinen Werken zu lesen? Erst vor kurzem gab es ja einen Konflikt einer englischen Autorin in den Weiten des Internets, weil sie die negative Kritik an ihrem Buch nicht verkraftete. Wie geht es dir bei negativen Rezensionen?
Oh ja, gutes Thema. Es ist natürlich wunderwunderbar, wenn man tolle Rezensionen zu seinen Büchern liest. Klasse. Aber natürlich muss man auch damit rechnen, dass es eben Leser gibt, die dein Buch nicht so mögen, es schlimmstenfalls sogar grottenschlecht finden.
Wir Menschen sind verschieden, daher unsere Geschmäcker auch und das ist auch gut so. Stell sich einer vor, alle würden grüne Haare total toll finden. Wie sehe das denn aus? – lauter Grasköpfe.
Aber es gibt natürlich Rezensionen, und von denen habe ich auch schon ein paar kassiert, die sind einfach nur verletzend. Wenn jemand mein Buch nicht mag, okay. Aber wenn derjenige dann meint mich persönlich angreifen zu müssen, dann finde ich das überhaupt nicht mehr okay.
Neulich habe ich im Netz eine Rezi gefunden, in der die „Dame“ mich mit „Hey, Autorin, es ist eine Schande, dass du deinem Verlag so ein Cover abgeschwatzt hast und dann so ein sch… Buch schreibst“ (sinngemäß) „anspricht“ – natürlich anonym. Das finde ich schon extrem frech und verletzend. Und ich finde auch, kein Rezensent hat das Recht dazu, jemanden persönlich anzugreifen, nur weil er sein Buch doof findet.
Ich kenne viele Kollegen, die aus diesem Grund vermeiden, Rezensionen zu lesen. Aber das ist für mich auch keine Alternative – zumal solche Beispiele, wie ich es oben angeführt habe, zum Glück die Ausnahme sind. Die meisten Rezensenten sind sehr respektvoll und können auch gut unterscheiden, zwischen einer negativen, aber respektvollen Rezension und einer, die weit unter der Gürtellinie angesiedelt ist.
Andererseits weiß man ganz genau, wenn man in irgendeiner Art und Weise in die „Öffentlichkeit“ tritt, dass es nicht nur tolle Reaktionen gibt. Aber für mich noch lange kein Grund, es nicht zu tun;-)

So und nun zu guter Letzt: Was planst du für die Zukunft? Hast du gerade Bücher, an denen du schreibst?
Die Planung steht schon bis 2014. Ich bin gerade mit dem neuen Roman fertig geworden und fange nun mit dem fünften Rick-Band an. Danach folgt ein weiterer „Kurzroman“ und ein kleines Bilderbuch und dann ist der nächste Jugendroman auch schon an der Reihe. Außerdem gibt es demnächst eine neue Kinderbuchreihe von mir. 

Ein ganz dickes Dankeschön von mir an dich Antje, für die Zeit, die du dir genommen hast um unsere Fragen so ausführlich zu beantworten. Vielen Dank :) Und wenn mal eine Lesung in der Nähe von Hamburg stattfindet, dann werden wir sicherlich mal vorbei kommen - ich bin unglaublich neugierig geworden :)
Antje Szillats Bücher sind im Coppenrath Verlag, Dreieck Verlag, Edition Zweihorn Verlag und im Care Line Verlag erschienen. Eine kleine Übersicht ihrer Bücher findet man auf Antjes Homepage :)

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