Mittwoch, 1. Februar 2012

[Rezension] Guttenbergs Fall von Roland Preuß/Tanjev Schultz


Hallo ihr Lieben,

wieder einmal gab es ein Buch von 'Blogg dein Buch' für mich :) Diesmal gab es 'Guttenbergs Fall - Der Skandal und seine Folgen für Politik und Gesellschaft' von Roland Preuß und Tanjev Schultz aus dem Gütersloher Verlagshaus.
Das Buch war für mich deshalb interessant, weil ich den guten Karl-Theodor zu Guttenberg schon immer sehr unsympathisch fand und die Plagiatsaffäre nicht ganz verfolgt hatte und dies mit dem Buch nachholen wollte.

Guttenbergs Fall                                                                       .

Roland Preuß/Tanjev Schultz
................................................
Verlag: Gütesloher Verlagshaus
224 Seiten  
17,99 € - Gebunden   

Hier lesen - Hier bestellen







Kurzbeschreibung                                                                   .

Ein Skandal und seine Folgen: Die Affäre »Guttenberg« als Präzedenzfall.
Die Fallhöhe beim Sturz des Politikers Karl-Theodor zu Guttenberg war enorm. Zugleich wurde in der Affäre das Gewicht verschiedener gesellschaftlicher Teilsysteme neu vermessen – die Wissenschaft mit ihren Prinzipien konnte sich gegen eine aus dem Ruder gelaufene Machtpolitik behaupten. In diesem brisanten Buch geht es um mehr als nur die Guttenberg-Affäre: warum der ehemalige Verteidigungsminister den Plagiatsskandal nicht überstehen konnte und was dies für Politik, Gesellschaft und Wissenschaft bedeutet.
Ein spannendes und notwendiges Buch, das zeigt, woran künftig nicht nur politische Führungskräfte gemessen werden, geschrieben von den beiden Journalisten, die den Stein ins Rollen gebracht haben.


Rezension                                                                                .


Wie gesagt fand ich Guttenberg immer unsympathisch. Für mich war er das Paradebeispiel eines schleimigen Politikers - diesen Eindruck verstärkte auch sein Erscheinungsbild.
Politisch mag er einiges auf dem Kasten gehabt haben, aber von der Person her mochte ich ihn nie. Mir war es auch ein Rätsel, wie er so beliebt sein konnte.
Als dann rauskam, dass seine Dissertation - mit der er sich einen Doktortitel verdient hatte - mit Plagiaten gespickt war, brachte das einen großen Stein ins Rollen.
Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr viel davon mitbekommen habe. Einzig mein Satz 'Ich wusste es!' hallt mir noch immer in den Ohren :)
Und als ich das Buch las, schockte mich ein Punkt nach dem anderen. Wie konnte Guttenberg mit einer Dissertation einen Doktortitel erhalten, wo man auf 371 von 393 Seiten Plagiate gefunden hat? Nicht mal seine Einleitung hat er selbst verfasst!
Wie konnte die Uni Bayreuth diese Plagiate übersehen? Immerhin hat Guttenberg mit der Bestnote bestanden. DER BESTNOTE! Unglaublich.
Eigentlich sollten sich die Leute an der Uni doch mit dem Thema aukennen und dann wäre dies aufgefallen. Aber nein, es war nicht die Uni Bayreuth, die den Skandal aufdeckte, sondern Andreas Fischer-Lescano - Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Universität in Bremen. Er plante die Doktorarbeit von Guttenberg für die Fachzeitschrift Kritische Justiz zu besprechen. Und so kam alles ins Rollen.

Ich war unglaublich erschrocken zu sehen, wie viel der feine Freiherr abgekupfert hat und das dies so lange unentdeckt blieb. Auch die Tatsache dass er seinen Fehler nicht zugab, war ein Schuss ins Knie für ihn. Wer glaubt solch einem Politiker noch?

Fazit                                                                                       .


Ein sehr interessantes Buch, welches sich nicht nur um die Guttenberg-Affäre dreht. Es zeigt den Blick hinter die Kulissen, in die Politik - finde ich sehr gut. Mir hat es sehr gefallen.



Über die Autoren                                                                     .

Roland Preuß, geboren 1973 in München, arbeitet seit zehn Jahren für die Süddeutsche Zeitung. Er studierte Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft in Freiburg und Edinburgh, wo er sich besonders mit der Geschichte der Bundesrepublik, Wirtschaftspolitik und Geschichtsphilosophie auseinandersetzte. Nach dem Studium und Stationen bei der Badischen Zeitung (Freiburg) und dem Südwestdeutschen Rundfunk besuchte er die Berliner Journalistenschule. Dort war er später auch als Dozent tätig.

Seine Laufbahn bei der Süddeutschen führte ihn nach Fürstenfeldbruck, Düsseldorf und München, wo er seit 2005 als Politik-Redakteur tätig ist. Preuß behandelt neben dem Guttenberg-Fall vor allem Fragen der Zuwanderung, Integration und inneren Sicherheit.

Dr. Tanjev Schultz, geb. 1974 in Berlin, ist Redakteur der Süddeutschen Zeitung mit dem Schwerpunkt Bildungspolitik, Schule und Hochschule. Er promovierte an der Universität Bremen in Politikwissenschaft. Dort arbeitete er vier Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem DFG-Projekt über Identitäten von Einwanderern. Zuvor studierte er in Berlin, Hagen und Bloomington (USA) Philosophie, Psychologie, Publizistik, Politik- und Literaturwissenschaft. Tanjev Schultz hat etliche Aufsätze in soziologischen, kultur- und medienwissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Das Buch der beiden ist im Gütesloher Verlagshaus erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Lasst eure Gedanken hier - sie für sich zu behalten, ist wie einen Kuchen backen und alleine essen. Es macht keinen Spaß :)