[Rezension] Was uns bleibt von Katie Arnold-Ratliff


Hallo ihr Lieben,

puhhhh! Im Moment ist mir einfach nicht nach Rezensionen schreiben, kennt ihr das? Am besten einkuscheln und verstecken. Aber das hilft ja auch nicht.
Dafür hatte ich heute mal Lust zu einer Rezension, da ich in der Bahn mein Buch beendet habe.
Wie die Leute mich immer ansehen, wenn ich grinsend - weil glücklich - das Buch zu mache und träumerisch an die ersten Bewertungen denke, muss ja unglaublich komisch und abnormal aussehen :)
Bei dem Buch handelt es sich um 'Was uns bleibt' (OT: Bright before us) von Katie Arnold-Ratliff. Es ist mal wieder ein Leserundenbuch von LovelyBooks :)

Was uns bleibt                                                                          .

Katie Arnold-Ratcliff
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Verlag: mare Verlag
331 Seiten
19,90 € - Gebunden
Originaltitel: Bright before us

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Kurzbeschreibung                                                                   .

Der Strandausflug, den der junge Lehrer Francis Mason zusammen mit seinen Zweitklässlern unternimmt, endet mit einer schockierenden Entdeckung: In einer Bucht finden die Schüler die Leiche einer Frau, die sich von der Golden Gate Bridge gestürzt hat. Die traumatisierten Kinder brauchen Francis' ganze Aufmerksamkeit - genau wie zu Hause seine schwangere Frau -, doch statt sich um das Naheliegende zu kümmern, verstrickt sich Francis in einer schrecklichen Vorstellung: In der Frau am Strand glaubt er Nora erkannt zu haben, die vor zwei Jahren aus seinem Leben verschwand, gerade als zwischen ihnen endlich alles gut zu werden schien. Mit unerwarteter Wucht holt ihn die Vergangenheit wieder ein, und Francis weiß, dass er sich ihr stellen muss - denn sie birgt eine Geschichte zwischenmenschlicher Unzulänglichkeiten und uneingestandener Gefühle, vor allem aber die Geschichte der ersten, der großen - der einzigen? - Liebe.

Rezension                                                                                .

Das Buch habe ich bei LovelyBooks in einer Leserunde gefunden und war sofort vom Klappentext angetan. Es klang nach einem Buch voller Gefühl. Beim Lesen jedoch kam ich jedoch oft an einen Punkt, an dem ich dachte: Puh, das ist mir jetzt zu anstrengend. Nicht, weil es unglaublich komplex war, sondern weil der Protagonist so unsympathisch war. Aber das legte sich Gott sei Dank wieder und ich konnte beruhigt weiter lesen :)

Idee/Umsetzung
Ja, die Idee der Autorin fand ich wunderbar. Der Tod einer Frau, in der Francis eine Bekannte zu erkennen scheint und somit an seine Vergangenheit erinnert wird, finde ich wunderbar. Umgesetzt finde ich es auch eigentlich sehr gut. Mich störte es nur zwischendurch, das tolle Szenen durch immer wiederkehrende Banalitäten unterbrochen wurden.

Schreibstil/Sprache
Der Schreibstil war flüssig und aus der Perspektive des Protagonisten gut zu lesen. Etwas gewöhnungsbedürftig war die wörtliche Rede, denn diese war nur kursiv geschrieben, ohne Anführungszeichen. Diese Schreibweise kenne ich aus anderen Büchern nur bei Gedanken, deshalb tat ich mich anfangs etwas schwer mit dem Umdenken. Aber daran gewöhnte ich mich dann doch relativ schnell. Etwas verwirrender wurde es mit dem Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Während ich mit der Zeit in der Gegenwart super zurecht kam, war es ein Graus die Vergangenheit des Protagonisten zu lesen. Denn hier verwendete die Autorin ab und an Worte in einer Zeitform, die unglaublich falsch und doof klangen. Auch ein bisschen ungelungen fand ich es, dass die Rückblenden immer einfach so reingeworfen wurden. Man merkte zwar, dass man sich in der Vergangenheit befand, aber oft kamen sie an unmöglichen Stellen.

Charaktere
Anfangs fand ich Francis toll, weil er mal einen nicht so 'männlichen' Beruf hatte: Grundschullehrer. Und die Art wie er unterrichtete gefiel mir auch. Das war es aber auch an Sympathie für ihn. Die Art wie er Greta behandelte fand ich völlig daneben und wie er sein Leben betrachtete war auch furchtbar. All das machte ihn super unsympathisch und das änderte sich für mich bis kurz vor Ende nicht.
Greta war für mich nicht mehr als ein dummes Ding. Sie blieb völlig seelenlos, weil man nicht viel von ihr erfuhr, außer das sie sehr naiv war und ständig heulte.
Nora war ein bisschen lebensfroher und gefiel mir auch ganz gut. Ich freute mich immer auf die Rückblenden - die Gegenwart von Francis Leben würde für mich zu einem nervigen Zwischenstück.
Atmosphäre/Umgebung
Leider hatte das Buch für mich keinerlei Atmosphäre. Was zum Teil auch an den Sprüngen zwischen dem Jetzt und Früher lag. Und in der Vergangenheit kam keine Atmosphäre auf, weil Nora immer von einem Ort zum anderen wollte.
Bis auf ein kleiner Eindruck von einer langweiligen Stadt ist mir nichts geblieben. Schade.
Cover
Weder das Deutsche noch das Originalcover gefallen mir. Was mir gefällt ist die Färbe des Buches ohne Umschlag. Ein tolles Grün und Blau - wunderschön :)

Fazit                                                                                       .

Leider war ich nicht annähernd so begeistert von dem Buch, wie andere. Und das großes Gefühlschaos bei mir blieb aus, ich hatte auch kein Mitleid mit dem Protagonisten und wollte ihn auch nicht näher kennenlernen. Schade.
Dennoch gefiel mir das Buch am Ende, Francis wurde mir sympathisch und ich konnte ihn ab und an verstehen. Ich begann mitzufühlen und ihn menschlicher zu sehen.
Bei dem Buch würde ich wirklich dazu raten, die Leseprobe zu lesen und nicht anhand des Klappentextes zu entscheiden. Man sollte einen tieferen Einblick in das Buch gewinnen und dann sehen, ob es einem gefällt:

Von diesem Buch bleibt …
für das Auge: verwirrende Worte ...
für den Kopf: die Frage, warum einen der Protagonist nur so unsympathisch ist.


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