Sonntag, 14. Oktober 2012

[Leseprobe] Er ist wieder da von Timur Vermes


Hallo ihr Lieben,

nach den ganzen Eindrücken von der Frankfurter Buchmesse und dem Alltag, der einen wieder einholt, habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Ich habe ja so einige Leseproben mitgenommen und allerlei schnick schnack :D
Von den Verlagen gibt es ja auch immer wieder Leseproben zu Neuerscheinungen und deshalb habe ich beschlossen auch mal wieder mehr über neue Bücher zu berichten, da dies ja sehr untergegangen ist. Auch werde ich wieder mehr Leseproben lesen und meinen Leseeindruck dazu preisgeben ;)
Damit ich mich nicht immer so schlecht fühle, wenn ich mal keine Zeit hatte eine Rezension zu schreiben und auch damit wir uns ein bisschen mehr austauschen und gemeinsam hibbeln können.

Den Anfang mache ich mal mit einem satirischen Buch, welches ich auf der Buchmesse bei Bastei Lübbe entdeckt habe.
'Er ist wieder da' von Timur Vermes. Als ich das Cover sah, wusste ich sofort mit welcher Thematik sich das Buch beschäftigt. Minimalistisch, aber so vielsagend. Der Klappentext ließ mich schmunzeln und ich wusste, dass ich auf jeden fall die Leseprobe lesen muss.
Als ich dann wusste, dass Christoph Maria Herbst die Hörbuch-Version liest, war das Ding geritzt und die Demo-CD kam mit.

Frühjahr 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes' Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.  


Da ich mir nicht nur die LP, sondern auch die Demo-CD mitgenommen habe, habe ich diese zuerst gehört. Ich mag Christoph Maria Herbst und empfinde seine Stimme als angenehm. Die Tatsache, das er in verschiedenen Rollen spricht, macht das Ganze ungeheuer amüsant :)
Erst hatte ich mir gedacht, dass Michael Kessler von Switch Reloaded das auch gut hätte lesen können, da ich seine Adolf Hitler-Parodie liebe. Aber in den Passagen ohne diesen typischen 'Hitlerdialekt' wäre seine Stimme dann zu anstrengend. Es ist gut und witzig so wie es ist.
Die Leseprobe ließt sich auch wunderbar und vorallem mit einem großen Schmunzeln lesen. Die Aufeinandertreffen sind witzig und dennoch ist die Atmosphäre ein bisschen unheimlich, eine unangenehme Gänsehaut überkam mich. Immerhin stand Adolf Hitler damals ja nicht in einem Kabarett und gab Scherze zum Besten. Das Buch hat mich auf der Buchmesse schon total angesprochen, vom Aussehen und der Thematik und auch die Leseprobe hat mich nicht enttäuscht. Der Mix ist ungewöhnlich, aber unglaublich interessant.
Das Buch kommt auf die Wunschliste :) Bock auf die Leseprobe? Dann seid ihr hier richtig. Eine Hörprobe gibt es natürlich auch.

Das Buch gibt es seit dem 21.09.2012 bei Eichborn (Bastei Lübbe).


1 Kommentar:

  1. Was leider auch im deutschen Wikipedia fehlt:

    Hitler: ein einziges klares Ziel seit der frühesten Kindheit vor Augen, sich das "Mitfühlen" (Empathie) dauernd abtrainierend, eine perfekte hypersoziale Intelligenz ("Theory of Mind", "mind reading"), ein pausenloses Arbeiten selbst im Schlaf und der naive Glaube, es gäbe so etwas wie "die Juden" und "die Geschichte" − und mit einem eklatanten Mangel an Selbstironie...

    Der erste "Mensch", der eine willkürliche Grenze zwischen den Menschen gezogen hat ("ich Jude -- Du Muslim!"), hat ein noch schlimmeres Verbrechen begangen als jener Rousseausche "Mensch", der zum Zwecke seines Landbesitzes einen Pflock in den Erdboden gerammt hat...

    Ohne Juden hätte es keine Faschisten gegeben – wenn die „Juden“ früh genug gemerkt hätten, dass der Begriff „Jude“ lediglich eine willkürliche soziale Grenzziehung ist und es eigentlich keine „Juden“ gibt.

    Das erfolgreichste Mem (Ideologie) aller Zeiten war die „jüdische Kultur“, denn von ihr hängen alle heutigen Ideologien ab: Christen, Muslime, Protestanten, Kapitalisten, Marxisten, Nazis, Hollywood etc. - und keiner merkt, dass er ein Sklave dieser 2000jährigen jüdischen Tradition ist.

    Darum: Durchbrecht diesen jahrtausendealten Teufelskreis und seid nicht mehr die Sklaven dieser „jüdischen Tradition“ und „Schriftgläubigkeit“: Juden > Christen > Kapitalisten > Kommunisten > Nazis > ...

    Zum Glück sind die heutigen Jugendlichen nicht mehr schriftgläubig und wollen auch keine Bücher und damit auch keine wissenschaftlichen, juristischen und „historischen“ Ideologien mehr lesen, sondern wollen nur noch einen guten mündlichen Dialog haben…
    Die schriftlose Revolution wird kommen!


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