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[Rezension] Raum von Emma Donoghue


Hallo ihr Lieben,

ich habe im Moment einfach wieder zu wenig Zeit für meinen Blog. Aber man muss halt Prioritäten setzen und da geht der Job eindeutig vor. Aber nun habe ich ein paar Bücher lesen können, fehlen nur die Rezensionen. Also dann ... :)
Zu meinem Geburtstag im November hatte ich von meinen lieben Kollegen einen Thalia-Gutschein bekommen :) Ich habe dann in der Mittagspause Thalia gestürmt und kann nun eine tolle Ausbeute mein Eigen nennen. Es durfte der 3. Band von Viveca Sten 'Die Toten von Sandhamn' mit, 'Er ist wieder da', 'Du stirbst zuerst' und 'Raum' ;)

Auf Raum war ich schon so lange scharf und dann musste es einfach mit. Und dann habe ich es förmlich verschlungen. Und es war ein schönes Buch, der Kauf hat sich definitiv gelohnt. Nur die Rezension macht mir ein bisschen sorgen, weil ich nicht allzu viel spoilern möchte.

Raum                                                                                       .

Emma Donoghue
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Verlag: PIPER Verlag
416 Seiten
9,99 € - Taschenbuch

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Kurzbeschreibung                                                                   .

Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine 'Freunde', die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind - echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen ...

Rezension                                                                                .

Wie gesagt macht mir die Rezension ein bisschen Sorgen. Aber ich werde mein bestes geben nicht allzu viel zu verraten, aber dennoch eine gute Rezension zustande zu bringen.

Idee/Umsetzung
Ich wusste, dass es sich bei dem Buch um die Geschichte einer jungen Frau handelt, die Opfer eines Verbrechens wird. Eine Entführung und sexueller Missbrauch. Und sie wird gefangen gehalten von ihrem Peiniger. Mir war auch klar, dass es sich bei dem kleinen Jack um das Kind dieser Verbindung handelt. Was mir nicht bekannt war, war dass das Buch aus Jacks Perspektive geschrieben und erzählt wird. Eine gute Idee, wenn auch mit ein paar Abstrichen. Es ist halt nicht einfach solch ein komplexes Thema aus der Sicht eines kleinen Jungen zu schreiben.

Schreibstil/Sprache
Das Buch ist aus der Perspektive des Fünfjährigen Jack geschrieben. Eine gute Idee, aber etwas gewöhnungsbedürftig.  Denn Jack ist zwar ein schlauer Junge, aber seine Aussprache ist nun mal die eines Kindes. Das war teilweise etwas anstrengend und auf die Dauer ein bisschen nervenraubend. Zum Teil kannte Jack Worte, die nicht mal ich nutzen würde. Das passte nicht zusammen.

Charaktere
Die Hauptcharaktere sind Jack und seine Mom. Jack ist ein fröhlicher Junge, der ausgelassen spielt und Spaß mit seiner Mutter hat. Sie machen Sport, spielen Lärm machen und für seine Fünf Jahre kann er sich schon sehr gut ausdrücken und lesen. Er sieht Raum nicht wie ein Gefängnis, es ist sein Zuhause und das Einzige, was er kennt.
Seine Mom hingegen ist sich der Situation mehr als bewusst. Die Spiele der beiden sind weit mehr als nur Lärm machen spielen. Sie versucht alles, um diesem Gefängnis zu entkommen. Und trotz der unangenehmen Situation, liebt sie den kleinen Jack abgöttisch - beschützt ihn wie eine Löwin, wenn es sein muss. Sie ist eine starke, tapfere Frau und ich hätte gerne das Buch aus beiden Perspektiven gelesen. Denn in so einer prekären Lage ein Kind groß zuziehen und so sehr zu lieben, finde ich erstaunlich. Deshalb hätte ich auch gerne die Gefühlswelt von Jacks Mom gekannt.

Atmosphäre/Umgebung
Es ist für mich unvorstellbar wie man es aushält, in so einem Schuppen gefangen zu sein. Ich denke, dass kann keiner empfinden, der es nicht erlebt hat. Emma hat es sehr gut beschrieben, dennoch kam bei mir keine beklemmende Stimmung auf. Es war kein angenehmes Gefühl, aber es fühlte sich auch nicht so gefangen an.
Sie wurden von ihrem Peiniger versorgt. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass Jacks Mom Angst vor Old Nick - wie sie ihren Peiniger nennt - hat. Es war zwar unheimlich, aber nicht so beklemmend. Es nahm mir nicht die Luft zum atmen, wenn die Tür zum Versteck auf ging ...

Cover
Das Cover gefällt mir wegen seiner Schlichtheit. Das bunter Wort 'Raum' auf dem weißen Hintergrund. Es strahlt Freude aus und spiegelt ein wenig das Gefühl wieder, welches mich beim Lesen überkam. Trotz der aussichtslosen Situation ist Jack ein glückliches und fröhliches Kind.

Fazit                                                                                       .

Ein Buch, dass mich trotz seiner Schwächen sehr eingenommen hat. Leider wurde der Lesefluss durch die ein oder anderen Unstimmigkeiten gestört und das finde ich sehr schade. Meiner Meinung nach, wäre die Geschichte aus der Sicht beider Protagonisten noch besser gewesen. Trotz allem fand ich das Buch gut und würde es auch weiterempfehlen.


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