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[Rezension] Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann von Naoki Higashida

Hallo ihr Lieben,

puh in den letzten Tagen hab ich richtig viel gelesen und versuche nun vier Rezensionen zu schreiben. Das hier ist die Erste.
Das Buch habe ich durch Zufall entdeckt und fand es super interessant, weil ich beruflich viel damit in Berührung komme.
Warum guckst du uns nicht in die Augen? Warum bist du so gern allein? Warum magst du nicht meine Hand halten? Warum rastest du aus? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die Eltern eines autistischen Kindes umtreiben. In diesem Buch finden sie Antworten. Naoki Higashida, ein japanischer Junge und selbst schwer autistisch, nimmt den Leser mit in seine Welt, erklärt, was in ihm vorgeht – und löst mit seinen Antworten das bequeme Klischee auf, Menschen mit Autismus hätten keine Gefühle.
Es ist ein fantastisches Buch!
Naoki erklärt Autismus so, wie ich es noch nie gesehen habe. Ich war ganz ergriffen und gerührt.
Ich war aber auch unglaublich wütend, weil viele soziale Fachkräfte Autismus einfach so abtun und sich keine Gedanken machen, wer hinter diesem Äußeren steckt.
Für mich war es ein Augen-öffnendes-Buch und ich werde mich in Zukunft ganz anders an autistische Kinder wagen.

An manchen Stellen des Buches merkt man, dass es von einem 13-jährigen Kind geschrieben wurde. Man stolpert oft über unbeholfene Sätze. Das Ganze störte mich aber gar nicht, weil ich so erstaunt war, dass Naoki sich überhaupt mitteilen kann und will.
Und dann las man Sätze, die so erwachsen und reif wirken, dass man nur staunen konnte.
Naoki ist ein unglaublich beeindruckender Junge, der mich mit seinen 58 Antworten auf 58 Fragen (so ist das Buch nämlich aufgebaut - 58 Fragen, auf die Naoki antwortet) zutiefst berührt hat.


Was ist am schlimmsten am Autistischsein? 

«Ihr macht euch keinen Begriff. Wirklich, ihr habt keine Ahnung, wie unglücklich wir sind. (…) So ist es kein Wunder, dass wir uns immer wieder fragen, warum wir überhaupt als menschliche Wesen in diese Welt hineingeboren wurden. Aber ich bitte euch, all die unter euch, die den ganzen Tag mit uns zusammen sind, verliert nicht die Nerven im Umgang mit uns. Denn wenn ihr das tut, ist es, als würdet ihr unserem Leben jeglichen wert absprechen – und das nimmt uns die Energie, die wir brauchen, um tapfer weiterzumachen.»

Ich finde es bewundernswert, dass ein so junger Mensch, den Mut und die Kraft hat ein Buch über seine 'Krankheit/Behinderung' zu schreiben. 
Und wir können soviel von ihm lernen. Es ist ein Buch, von dem beide Seiten profitieren. Wir können uns ein Bild von dem Inneren eines Autisten machen und sie helfen sich und uns alles besser zu verstehen.

Und viel mehr gibt es auch nicht zu sagen. 
Ein wundervolles Buch für all jene, die mit dem Thema Autismus in Kontakt sind oder sich einfach nur dafür interessieren. Es öffnet einem die Augen und lässt einen diese 'Krankheit' anders betrachten.
Sollte man unbedingt lesen!



Kommentare

  1. Ohhhh, das klingt toll. Das Buch steht jetzt auf meiner Wunschliste. Das Thema Autismus finde ich sehr interessant. Und ich habe auch schon Erfahrungen mit Kindern die Autismus haben machen können. Daher weiß ich auch, dass der Umgang nicht immer einfach ist. Aber bisher ist es mir gelungen, auf ihre besonderen Verhaltensweisen soweit wie möglich einzugehen - z.B. sie nicht in Arm zu nehmen, wenn sie es nicht von sich aus suchen etc.

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  2. Ja Autismus ist ein spannendes Thema und leider auch so vielseitig, dass man manchmal echt verzweifeln könnte.

    Ist echt ein schönes Buch :)

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