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[Rezension] Herzversagen von Alessia Gazzola

Hallo ihr Lieben,

diese Rezension schiebe ich wohl am Längsten vor mich hin. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich das Buch beendet habe, aber es ist schon ewig her :)
Da ich seit Tagen aber so einen Rezensions-Run habe, versuche ich mein Glück mal wieder.
Ein neuer Fall für die charmanter Rechtsmedizinerin Alice Allevi: Ein alter, renommierter Schriftsteller soll von seinem Sohn entmündigt werden. Kurz darauf ist er tot, ein rätselhafter Abschiedsbrief liegt vor. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es kein Selbstmord war. Alice Allevi nimmt sich die Familiengeschichte und die Werke des Schriftstellers vor und entdeckt Ungereimtheiten, die sie an die Polizei weiterleitet. Auch in Alices Privatleben geht es turbulent zu: Die Beziehung zum Reisejournalisten Arthur scheint ohne Zukunft zu sein; dagegen beginnt ausgerechnet ihr Kollege Claudio Conforti einen heftigen Flirt mit ihr, und sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Und nicht zuletzt beschließt auch noch ihre geliebte Mitbewohnerin Yukino ganz plötzlich, zurück nach Japan zu gehen.
Krimis sind irgendwie meine Leidenschaft. Egal welches Genre ich lese, es dauert ewig bis ich mir den zweiten oder dritten Teil zulege. Bei Krimis passiert das viel schneller.
So auch bei 'Herzversagen'. Nachdem ich die Pressemitteilung im Briefkasten hatte, habe ich eine Mail geschickt und das Buch dann in meinen Händen gehalten.
Irgendwie habe ich einen Hang zu Buchreihen - sie sehen nicht nur schön im Regal aus - es ist wie ein 'nach Hause kommen' (ich glaube, das habe ich die letzten Tage schon mal erwähnt :])

In dem Buch geht es zuerst um eine Entmündigung - der Sohn eines Schriftstellers möchte seinen alten Vater entmündigen. Doch bevor in diesem Fall etwas getan werden kann stirbt der Vater und ein kurioser Abschiedsbrief lässt den Angehörigen und Alice keine Ruhe.

Sie begibt sich auf eine Reise in die verkorkste Familiengeschichte des toten Schriftstellers, voller Neid und Missgunst und entdeckt einige Ungereimtheiten.
Alice beginnt zu ermitteln, mit und ohne Polizei.

Das Buch, war genau wie sein Vorgänger flüssig und gut zu lesen. Anders als bei anderen Romanen, die sich mit dem Thema Medizin beschäftigen, wird man hier nicht mit allzu vielen Fachbegriffen bombardiert und muss nicht den Pschyrembel neben sich liegen haben, um immer wieder nachzuschlagen. Ein toller Mix aus Fachbegriffen und allgemein verständlichen Worten.

Ich muss gestehen, ich hab Alice vermisst. Denn egal wie chaotisch sie ist, ich mag sie. Sie erinnert mich immer ein bisschen an Gretchen Haase aus Doctors Diary (hust - ich schaue das nur zu Recherchezwecken ;]).

Sie ist gereift, auch wenn sie immer noch sehr dickköpfig ist und oft Kopf und Kragen riskiert.
Alle Charaktere haben sich unglaublich entwickelt und in diesem Teil war genau das da, was mir im anderen Teil gefehlt hatte. 
Die Charaktere haben sich gefestigt, sind deutlicher geworden. Grad bei Yukino ist mir das aufgefallen, sie war in dem Buch eine tolle Freundin. Immer für Alice da. Im ersten Teil wirkte sie eher wie ein Requisit, mit dem man nicht wusste wohin. Jetzt war sie endlich Teil der Geschichte.

Von der Atmosphäre war das Buch für mich wieder einwandfrei. Im Institut fühlte ich mich als Nicht-Rechtsmediziner ziemlich unwohl - eine von Tod und Kälte geprägte Umgebung, die ich gerne gegen Alices Alleingänge und Besuche austausche. Für diesen Beruf muss man wohl geboren sein.
Insgesamt hat mich dieses Buch sehr überzeugt und auch das Ende lässt Spekulationen für einen weiteren Teil offen.

Das Cover ist wie bei dem ersten Buch gar nicht mein Fall. Die Farben und auch das Motiv, für mich absolut nicht ansprechend. Die Original Cover gefallen mir da hundert mal besser.
Man erkennt sie auf Anhieb im Regal - so quietschbunt: gelb und pink. Wenn man sich die Bücher so anschaut wirken sie eher wie die kitschigsten Kitschromane überhaupt, dabei steckt soviel mehr zwischen den Buchdeckeln.
Also auch hier der Spruch: 'Never judge a book by it's cover' 
Gelungene Fortsetzung mit Entwicklung. Ich finde es so schön, dass es auch die Punkte waren, die ich im letzten Teil bemängelt hatte. Mehr Persönlichkeit für die Charaktere :) Es steckt so viel in diesen Büchern und das sollte im besten Licht gezeigt werden.
Alle die den ersten Teil gelesen haben und sich unsicher sind/waren kann ich das Buch nur ans Herz legen. Es lohnt sich ;)



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