Donnerstag, 21. August 2014

[Rezension] Mörderische Schärennächte von Viveca Sten

Hallo ihr Lieben,

das Buch habe ich schon vor ein paar Wochen beendet, wenn ich ehrlich bin war das im Mai :D
Ich hatte einfach ein Bloggertief. Keine Lust Rezensionen zu schreiben und auch nicht wirklich Lust zu lesen.
Das lag aber mitunter auch am neuen Job. Wieder mehr Bewegung und Lautstärke, danach Sport - da lag ich auch schon mal um acht im Bett und hab nach einer Seite aufgegeben und geschlafen.

Nun ist meine Motivation zurück und rennt nicht mehr nackig mit einem Cocktail über die Wiese, denn dafür ist es mittlerweile zu kalt :D
Und mit dem neuen Namen, habe ich auch wieder richtig Lust.
Der letzte Fall hätte ihn fast das Leben gekostet, doch Thomas Andreasson kehrt zurück auf die Polizeistation in Nacka. Sein erster Fall nach langer Krankheit scheint eindeutig zu sein: Markus Nielsen wird erhängt in seinem Zimmer aufgefunden, und er hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. Doch seine Mutter glaubt nicht an Selbstmord und bittet die Polizei, den Fall nicht zu den Akten zu legen. Auf der Wache ist die Situation angespannt, denn es fällt Thomas schwer, wieder Fuß zu fassen. Die Ermittlungen führen ihn zur Militärbasis auf der Insel Korsö, gleich neben Sandhamn gelegen. Nora Linde, Thomas’ Freundin aus Kindertagen, versucht mehr über das Militärlager herauszufinden, das den Küstenjägern jahrzehntelang als Standort diente. Gibt es etwas in der Vergangenheit, das nicht herauskommen soll? 
Dieses Mal schickt Viveca Sten ihre Leser in eine Geschichte, in der die Wurzeln in der Vergangenheit der schwedischen Küstenjäger liegt.
Die Küstenjäger sind eine Spezialeinheit der schwedischen Marine und waren bekannt für ihr hartes Training - zumindest was man sich so erzählte. Wirkliche Fakten hatte niemand, der nicht selbst Küstenjäger war.

Mittelpunkt der Ermittlung ist Markus Nielsen, ein Student, der sich in seinem eigenen Zimmer erhängt haben soll. Eigentlich ist der Fall klar - Selbstmord. Er hat einen Abschiedsbrief hinterlassen und nichts deutet auf Fremdeinwirkung hin.
Wäre da nicht die Tatsache, dass er an einer psychologischen Arbeit über 'mentale und körperliche Störungen, unterdrückte Emotionen und Erinnerungen an traumatische Erlebnisse' schrieb. Er traf sich mit ehemaligen Küstenjägern und langsam erkennt Thomas Andreasson ein Muster und ahnt, dass doch etwas mehr hinter seinem Tod steckt. Er beginnt zu ermitteln, warum der Selbstmord? War es überhaupt Selbstmord?

Ich liebe den Schreibstil von Viveca Sten. Sie fesselt mich mit ihren Geschichten und ich finde es gut, dass man den Verlauf immer aus mehreren Winkeln sehen kann.
Der Leser ist bei Nora, dann bei Thomas, bei den Angehörigen des Opfers und in diesem Buch auch in Tagebucheinträgen aus der Vergangenheit (1976), die parallel zur Geschichte einen Einblick in die Erlebnisse der Küstenjäger geben.

Wie in den drei vorangegangen Romanen sind die Protagonisten hier auch Juristin Nora Linde und ihr alter Schulfreund und Kommissar Thomas Andreasson.
Die beiden verbindet eine wunderbare Freundschaft (Thomas ist ja auch der Patenonkel von ihrem jüngeren Sohn) und sie sind einander auch oft behilflich. Nora mit ihrem juristischen Wissen für Thomas und Thomas zum Zuhören für Nora.
In diesem Buch ist es für beide nicht leicht - Thomas kämpft mit den Folgen seiner letzten Ermittlung und ist gerade wieder in den Dienst eingetreten und Nora lernt nach der Scheidung einen neuen Mann kennen. Für sie eine ungewohnte Situation, auch weil er ein paar Jahre jünger ist als sie.
Das Privatleben der beiden ist sehr realistisch, deshalb habe ich sie wohl auch so gern. Nora hat keine perfekte Ehe und rastet auch gerne mal aus (wenn sie z.B die neue Freundin ihres Ex-Mannes trifft) und auch Thomas hat es nicht immer einfach gehabt (der plötzliche Kindstod seiner Tochter, die Trennung von Pernilla).

Das Buch verbreitet den typischen Charme Schwedens. Ich habe immer das Gefühl, wenn ich diese Bücher lese und aus dem Fenster schauen kann ich die Sandhamnfähre sehen. Und wenn ich es tue bin ich ganz enttäuscht, weil keine da ist ;)
Man spürt in diesem Buch ebenfalls stark den militärischen Einfluss -  den harten Umgangston und bemerkt, dass damals keine Widerworte galten. Eine Atmosphäre, die ein bisschen bedrückend und düster ist - aber perfekt zur Geschichte passt.

Das Cover ist - für mich - typisch für einen skandinavischen Krimi. Eine schöne Landschaft mit einem Schwedenhäuschen. Auch wenn ich immer viel an einem Cover zu nörgeln habe, muss ich gestehen, dass mich dieses immer wiederkehrende Muster - bei Büchern dieser Art - nicht stört. Ganz im Gegenteil. Es ist etwas beständiges.
Bei diesen Krimi-Reihen muss es für mich kein ausgefallenes Cover sein und ganz fern ab der Story ist es ja auch nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese kleinen Häuschen auch auf Sandhamn stehen.
Ein solider Krimi, der Spannung bis zum Schluss garantiert. Das menschliche der Protagonisten bleibt nicht zu kurz und man hat das Gefühl beim Lesen dieses Buches alte Freunde wieder zu treffen. Sehr gelungen und der fünfte Teil ist auch schon gelesen - immer diese Sucht.






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