Samstag, 11. April 2015

[Rezension] Die Wahrheit über Alice von Rebecca James

Hallo ihr Lieben,

bei dem schönen Wetter heute, habe ich es endlich mal geschafft in der Sonne zu lesen. Hach, wie schön die wärmt. Nun regnet es, aber zum Rezensieren eigentlich ein gutes Wetter. 
Ich bin ja kein Fan von Bestsellern und Büchern die einen unglaublichen Hype verursachen, weil sie meist zu sehr gelobt werden und nichts dahinter steckt. So kann ich mich auch noch ganz gut an den Hype um 'Die Wahrheit über Alice' erinnern. Und dann rutschte es in den Hintergrund.
Nun entdecke ich es und hab es auf gut Glück mal mitgenommen. Da es einfach und schnell zu lesen war, war es nun keine Zeitverschwendung - aber es steckte leider nicht so viel in dem Buch, wie ich erwartet hatte.
Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin.
An ihrer Schule ist Katherine die Außenseiterin. Unauffällig, immer allein, mit niemanden befreundet. Der Grund: Keiner darf ihr Geheimnis erfahren. Erfahren, was mit ihrer Schwester Rachel geschah. Doch dann lädt Alice Katherine zu ihrer Party ein. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule. Es tut gut, eine Freundin zu haben. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer.
Und Katherine muss erkennen, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt ...
Ich hatte so viel von dem Buch gehört und für 3,99 € konnte man ja auch nicht viel falsch machen. Der Klappentext klang unglaublich spannend und ich habe das Buch dann auch sofort gelesen.
Jetzt wo ich das Buch beendet habe, bin ich froh, dass es nicht teurer war. Ich bin von dem Buch enttäuscht. Hatte mir etwas komplett anderes vorgestellt und das Genre 'Thriller' ist bei diesem Werk völlig fehl am Platz.

Die Idee des Buches an sich fand ich sehr gut - die beste Freundin wird zu grausamen Feindin. Gerade das hat mich auch neugierig gemacht. Nur leider hapert es an der Umsetzung. Die Story ist auf den ersten 200 Seiten einfach nur langweilig, flach und enttäuschend.
Ich habe Großes erwartet und wurde letztendlich immer wieder vertröstet. Es wird so ein übertriebener, mysteriöser Schleier über Katherines Geheimnis gelegt, dass ich bei der Enthüllung dachte: 'Oh, das war's schon? Dafür das ganze Trara?'.
Dort wurde ein Konstrukt gesponnen, welches den Erwartungen nicht standhalten konnte. Und dafür, dass es 'Die Wahrheit über Alice' heißt, wurde wenig über sie preisgegeben. Stellenweise tauchte sie gar nicht mehr auf. Alice war in diesem Buch eigentlich nur da, um in einigen vorhersehbaren Momenten, ein paar hohle Phrasen rauszuhauen. Hier wurde eindeutig der falsche Name für das Buch gewählt.

Was mir gut gefiel, war der Sprung der Handlungsstränge. Katherine heute, nach der Geschichte mit Alice. Katherine damals mit ihrer Schwester und Katherine in der Zeit mit Alice. Es wechselte kapitelweise und man erfuhr Stück für Stück aus ihrem Leben. Am Anfang war ich deshalb noch gespannt was wohl passieren mag. Durch diese Schreibweise konnte mich die Autorin locken. Und der einfache Schreibstil machte es mir leicht, das Buch schnell zu lesen.

Katherine Patterson fand ich als Protagonistin gut - eigentlich musste ich das ja auch, denn über niemand anderen im Buch erfuhr man viel, sodass Katie die Einzige war die überhaupt so etwas wie ein Leben bekam. Sie war sehr erwachsen für ein siebzehnjähriges Mädchen - aber das waren alle, sehr erwachsen. Ihre Erfahrungen, Entscheidungen und Gedankengänge bevor sie Alice traf wirkten authentisch. Ihre Gefühlsspanne kam gut zum Ausdruck und war verständlich. Nicht übertrieben oder überspitzt, um etwas künstliches zu erschaffen. Ich habe mitgefühlt und das waren auch so ziemlich die einzigen Passagen, die mich ein bisschen für das Buch erwärmen konnten.
Die Geschichte zum Tod von Rachel, Katherines Schwester, war überladen und in die Länge gezogen. Es wurde alles in einen geheimnisvollen Mantel gehüllt, der sich in heiße Luft auflöste und das Buch fast unerträglich machten.
Katherines Freunde Philippa, Robbie und Mick machten ihr soziales Umfeld halbwegs zumutbar, auch wenn sich ihre 'Freundschaften' zu schnell entwickelten. Einmal getroffen und schon beste Freunde. Stundenlange Gespräche, alles super und unglaublich oberflächlich.
Alice empfand ich als hohl und flach. Die Psychonummer, wenn man das überhaupt so nennen kann, kaufte ich ihr in keiner Sekunde ab. Diese Situationen wirkten einfach nur lächerlich und waren so vorhersehbar. Immer dann, wenn Katherine glücklich war, trat Alice in den Vordergrund. Immer und immer wieder.
Anfangs dachte ich, dass die beiden eine Freundschaft verbinden könnte. Aber nach dem ersten Fauxpas wusste ich, dass dies nicht funktionieren würde. Und nach dem dritten Mal fand ich Katherines Naivität ermüdent und Alice einfach nur noch nervig. Ihre verbalen Angriffe waren plump, einfallslos und wiederholten sich ständig.
Ich hatte ein Biest erwartet, das manipuliert und intrigiert. Nichts da. Die Wahrheit über sie war nach dem Weichspülprogramm dann auch nicht verwunderlich oder überraschend.

Wie schon erwähnt, würde ich das Buch nicht in die Kategorie 'Thriller' einordnen. Kein Zusammenspiel zwischen Spannung und Erleichterung im Verlauf des Buches. Und das fand ich unglaublich schade, denn aus der Idee des Buches hätte man so viel rausholen können. Leider fing das Buch erst ab Seite 200 an ein bisschen rasanter zu werden - davor war es langatmig und teilweise wirklich langweilig. Ich finde nicht mal, dass man es unter 'Jugenddrama' einordnen könnte, es war ja nicht mal dramatisch - ein öder Roman, den man nicht unbedingt gelesen haben muss.

Das Cover ist ganz hübsch und passt auch zu dem Klappentext - aber eben nicht zur Geschichte. Die Verpackung bietet mehr, als der Inhalt hergibt, wie so oft im Leben :D
Auch, wenn es sich bei dem Buch um ein Jugendbuch handelt, ist es für mich komplett am Genre vorbeigerauscht. Und zwar mit 180 Sachen! Einzig Katherines Emotionen haben das Buch gerettet und vor dem Frontalcrash bewahrt. Als Zeitvertreib zum Eben-zwischendurch-lesen super geeignet. Aber wer hier Spannung und Nervenkitzel erwartet, der wartet lange.




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