Dienstag, 2. Juni 2015

[Rezension] Halbe Miete von Nadja Quint

Hallo ihr Lieben,

seit langer Zeit habe ich mal wieder einen Krimi bei Vorablesen gefunden, der mir auf Anhieb gut gefiel und Gott sei dank war mir auch die Glücksfee hold.
Das Buch habe ich schon vor einer Weile beendet, aber leider bin ich, was mein Studium angeht noch so unorganisiert, dass ich alles andere hinten dranhängen muss. Leider auch das Lesen und Bloggen. Also eigentlich nur das Lesen von tollen Büchern, denn Fachliteratur lese ich zur Zeit ohne Ende -.-
Aber am Sonntag werde ich mir auf dem Weg nach Koblenz mal wieder ein richtiges und vorallem schönes Buch gönnen. Und mein Ziel ist es, in den fünf Tagen, die ich da bin, zwei Bücher zu lesen. Ich bin gespannt. Da ich eine Badewanne in meiner Unterkunft habe, wird ein Abend auf jeden Fall die pure Entspannung mit Bad, Buch und irgendwas leckerem zu trinken :D Ich bin gespannt, ob ich das so umsetzen kann. Und dann werde ich mich besser strukturieren, damit ich auch wieder mehr lesen kann. Es fehlt mir - blöde Fachliteratur!! Grrr.
Ex-Polizistin Lilo Gondorf vermietet in Groß Zicker Ferienbungalows - und das mit großem Erfolg.
Schließlich kann sie seit Jahren die Höchstwertung - Fünf Seesterne, verliehen von der Kurverwaltung Rügen - halten. Doch dann wird Lilos Gast Werner Koch, ein pensioniertes Notar, bei einer Wanderung um den Bodden entführt. Die einzige Zeugin: seine blinde Ehefrau. Das macht Lilo ganz schön zu schaffen - und weckt in ihr die Sehnsucht nach dem alten Beruf. Und da die Polizei, unter anderem Lilos Tochter Verena von der Kripo Stralsund, auf der Stelle tritt, muss Lilo wohl oder übel selbst ermitteln. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Oscar kommt sie dem entführten Notar auf die Spur - und einem handfesten Verbrechen ...
Von dem Buch bin ich ein bisschen enttäuscht, denn es hatte sich nicht so entwickelt wie ich es erwartet hatte.
Die Idee an sich, dass eine Ex-Polizistin durch Zufall in eine Entführung verwickelt wird, weckte natürlich meine Neugier. Leider holte die Autorin für mich nicht das Optimalste aus der Grundidee heraus.

Vom Schreibstil her war es einfach, schnell und flüssig zu lesen. Und auch vom Inhalt her war es eher eine Lektüre für zwischendurch. Ich hatte mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht - bei der Story, wie auch bei den Charakteren.

Protagonistin war hier Lilo Gondorf, eine Ex-Polizistin die zwei Ferienbungalows auf Rügen vermietet. Eine tüchtige Frau, die Spaß an ihrem jetzigen Job hat und mit Herzblut ihre Bungalows pflegt und hegt. Leider bliebt Lilo für mich sehr oberflächlich.
Natürlich war sie sympathisch, aber das war es dann auch. Ihr Charakter hatte leider keine Tiefe. Und dabei bietet ihr Leben eigentlich viel: ihr Ehemann ist verstorben, ihre Tochter ist bei der Polizei, sie hat zwei Söhne (von denen bekommt man leider gar nichts mit, außer dass man von dessen Existenz weiß) und ihr Nachbar hegt ein paar Gefühle für sie.
Trotz all dieser Vorlagen für einen wundervollen Charakter bleibt sie oberflächlich. Noch schlimmer hat es allerdings ihre Tochter Verena getroffen - ihre kleinen Gastauftritte empfand ich als unglaublich störend. Das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter wirkte unglaublich kühl und distanziert. Ich habe es immer wieder genossen, wenn sie so schnell abrauschte, wie sie in die Szene gekommen war. Sie war immer nur ein Einschub, der fast noch unnötiger war, als der Einschub, dass Lilo auch noch zwei Söhne habe.
Auch alle anderen Charaktere bleiben eher oberflächlich. Was ich bei Nebencharakteren gar nicht schlimm finde, aber leider zog sich dies durch alle Charaktere.
Besonders lächerlich fand ich Frau Koch - die blinde Frau des entführten Mannes. Sie war so eine Art 'Superheldin'. Natürlich entwickeln sich die Sinne eines blinden Menschen anders als bei einem Sehenden, aber hier war das too much. Teilweise hatte man das Gefühl, sie sei nicht blind. Vielleicht war das auch von der Autorin gewollt, aber selbst dann wirkte Frau Koch lächerlich - da man ihr es aufgrund der OP die sie als Kind hatte sehr schnell hätte ansehen können.
Schade, dass dieser Punkt so auf der Strecke blieb. Da war so viel Potential.

Was super rüber kam war die Atmosphäre. Es kam richtiges Insel- bzw. Urlaubsfeeling auf. Wenn Lilo im Garten war oder die Bungalows vorbereitet hat, war es immer so, als wäre man wirklich dabei. Das hat richtig Lust auf Urlaub gemacht.
Nur leider litten wieder die spannenden Szenen - gerade am Ende wurde eine Szene aufgelöst, bei der ich mir wünschte, die Autorin hätte einfach nichts dazu geschrieben. Denn an sich war es eine gute Idee und auch toll umgesetzt (Lilos Besuch bei Frau Koch), doch am Ende mit der Auflösung war es einfach lächerlich und total unangebracht. Es hat der Geschichte nichts positives gebracht, eher andersherum. Es hat das Bild der absolut lächerlichen Frau Koch nur noch mehr runtergerissen.
Schade eigentlich.

Das Cover finde ich wunderbar. Auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit dem Buch zu tun hat, so wirkt es nach Urlaub und wenn man mit dem Buch fertig ist, dann passt es doch ganz gut.
Eine leichte Lektüre für zwischendurch, die durchaus Unterhaltungswert hat. Für richtige Krimi-Fans die Spannung und ein bisschen Nervenkitzel erwarten ein bisschen enttäuschend.
Habe das Buch trotz der Mängel meiner Oma mitgegeben und auch empfohlen, weil ich weiß, dass es ihr aufgrund der seichten Story gefallen wird.




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